Prelistening
In unserem Ladenlokal habt Ihr die Möglichkeit ab und an unveröffentliche Alben anzuhören.
Zur Zeit gibt es folgende Alben vorab zu hören:
Subaudition – Light On The Path

Mit der bevorstehenden Veröffentlichung ihres Zweitwerkes “Light On The Path” haben Subaudition sich zu etwas ganz eigenem entwickelt – zu etwas, das lebendig wird durch mühevolle Meditation und Unterordnung unter etwas Größeres als die Personen, die dahinterstehen. Während das Debüt der Band, “The Scope” von 2006, in einer intensiven Periode von vier Monaten geschrieben wurde, brauchte die Entstehung von “Light On The Path” erschöpfende vier Jahre. Das spricht Bände über die Arbeit, die in das neue Album gesteckt wurde, und man hört das auch in der Musik, die im Vergleich zum Frühwerk der Band deutlich eine andere Art von Energie transportiert.
Auf “Light On The Path” bedienen Subaudition sich eines eher akustischen, weniger Ambient-lastigen Ansatzes. Die Band setzt wunderschöne Streicherarrangements ein, die repräsentativ für ihren neuen musikalischen (Wage-)Mut sind. Die Texte geben sich einerseits viel abstrakter und gedankenschwerer, andererseits ungekünstelter und persönlicher als zuvor. In musikalischer Hinsicht vereinen Stücke wie ‘Sínne’ und ‘Feathers Fall’ die filmische Stimmung von Sigur Rós mit den melancholisch-folkloristischen Untertönen von Tenhi. Im minimalistischen ‘The Soul Unto Aether’ und dem ergreifenden Schlußstück ‘Wall Of Water’ finden sich kleine Andeutungen der eher epischen Songs von Künstlern wie etwa Antony and the Johnsons oder sogar Coldplay. Vielleicht etwas weniger offensichtlich ist der größte Einfluß auf “Light On The Path”: der des legendären estländischen Komponisten Arvo Pärt.
Kurz vor Erscheinen des Albums fühlt die Band sich nicht nur überaus erleichtert, sondern auch stolz und zuversichtlich, den Hörern endlich ein neues Werk präsentieren zu können.
Neun Welten – Destrunken

Drei Jahre nach ihrem Einstand “Vergessene Pfade” locken Neun Welten mit “Destrunken” zum zweiten Mal ihre naturnahen Folkklänge aus den dämmrigen Tiefen des Waldes ans Licht der Musikwelt. Dass sich die Band mit dem mythologischen Namen ausreichend Zeit nahm, um ihren mit vielen Lorbeeren bedachten Einstand einen würdigen Nachfolger zu bescheren, war, wie spätestens jetzt feststeht, ein hervorragender Entschluss. Mit “Destrunken” – übrigens ein Phantasiewort, das gänzlich auf das Erwecken mannigfacher Assoziationen und Emotionen ausgelegt ist – kredenzen die Naturmystiker ein Zweitwerk von beeindruckender Stimmigkeit und charakteristischer Kompositionen, das seine Hörer einmal mehr durch mystisch-melancholische Folkoden begeistert und bezaubert.
Mit elegischen Akkorden führt ‘Frosthauch’ in die Szenerie des neuen Albums ein, dem es in seiner emotionalen Tiefe gelingen könnte, die von Empyrium hinterlassene Lücke zu schließen. Ähnlich wie diese leider abgetretene Formation lassen auch Neun Welten ihre Kompositionen auf ursprünglichen Naturfolkwurzeln ruhen, ergänzen das melancholisch-dämmrige Liedmaterial aber mit zahlreichen Details, Einfällen und unerwarteten Wendungen, die ein Weghören ob der atmosphärischen Dichte schlicht unmöglich machen.
Hierfür steht auch das bereits von ihren Tourneen mit Tenhi und Dornenreich bekannte zweiteilige Titelstück mustergültig. ‘Destrunken I & II’ sind grandiose Beispiele für dramatischen Spannungsaufbau und beklemmende Intensität, die man bei Folk-Formationen sonst vergeblich sucht.
Abgerundet wird “Destrunken” durch ein meisterhaftes Artwork von Fursy Teyssier (Alcest, Les Discrets, Amesoeurs), das auf Grundlage der Musik entstanden ist und ihre verschiedenen Stimmungen des Albums somit perfekt auf visueller Ebene ergänzt.
Empyrium mögen ein schweres Erbe hinterlassen haben. Doch “Destrunken” zeigt, dass dieser Verlust bei aller Genialität seiner Urheber nicht unwiederbringlich ist. Ein zwischen Folk, Klassik und wundersamer Naturvertonung angesiedeltes zweites Album, das der Welt jenseits der Städte ein würdiges Denkmal beschert. Eine akustische Waldwanderung, die man nicht vergisst. Auf ewig Wald.